Opera Archetipo

Der quadratische Träger, in Rautenstellung präsentiert, verwandelt sofort die Grammatik des Raums: Die vier Scheitelpunkte werden zu Nord, Süd, Ost, West einer inneren Geografie. Die Materie — reiner, roher Zement, ohne chromatische Zugeständnisse — baut eine stratigrafische Landschaft auf, in der der obere Teil in spitzen Reliefs, Kämmen und Rissen explodiert, die Felsformationen oder Rinden eines uralten Gletschers evozieren.

Abwärts zur Mitte hin dehnt sich die Oberfläche in einen Streifen relativer Stille: Der Zement verdünnt sich, glättet sich, lässt das streifende Licht in beinahe silbrigen Reflexen durchfiltern, die mit den Schatten der benachbarten Unebenheiten in Dialog treten. Es ist eine Zone des Übergangs, eine Schwelle zwischen Chaos und Ordnung, zwischen Tiefe und Stille.

In der unteren Hälfte tauchen kreisförmige Zeichen wieder auf, vergrabene Bögen, wie Abdrücke einer vergessenen Schrift, die das Material in sich aufgenommen hat, ohne sie gänzlich auszulöschen. Deriva Grigia gehört zu Bazzonis Reflexion über das geologische Gedächtnis der Materie: Der Zement imitiert den Stein nicht, er wird zu ihm, indem er Zeit und Geste in einem einzigen plastischen Körper sedimentiert, der zwischen Skulptur und Malerei schwebt.

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