Carlo Bazzoni wird 1958 in einer kleinen Ortschaft des Veltlins geboren, wo er umgeben von Stein- und Kalkmauern der Berghäuser aufwächst — Materialien, die Jahrzehnte später zum Kern seiner malerischen Forschung werden. Nach seinem Diplom an der Accademia di Brera 1982 lebt und arbeitet er zwischen Mailand und Sondrio.
Nach einem anfänglichen Weg, der mit Figuration und Druckgrafik verbunden war, gibt er ab Ende der neunziger Jahre die figurative Sprache schrittweise auf, um sich der materischen Malerei zu widmen. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Schichtung einfacher Materialien — Kalk, Sand, Gips, mineralische Pigmente —, die in aufeinanderfolgenden Schichten aufgetragen und dann teilweise ausgegraben werden, in einem ständigen Dialog zwischen Aufbau und Subtraktion.
Die Werke von Bazzoni evozieren Fragmente antiker Wände, abgeblätterter Putz, von der Zeit abgenutzte Oberflächen. Sie sind jedoch keine Imitation: Sie sind autonome Schöpfungen, die ein Gleichgewicht zwischen Form und Materie, zwischen Stille und Erinnerung suchen.
Er stellt regelmäßig in Italien, Frankreich, Deutschland und der Schweiz aus. Seine Werke befinden sich in Privatsammlungen in Europa und den Vereinigten Staaten.
Ich stelle keine Mauer dar. Ich konstruiere ein Fragment von Zeit.